Presse 2012-2015

2015

CD-Rezension:

…und hat ein blümlein bracht – weihnachts- und winterlieder aus aller welt

WEIHNACHTS- UND WINTERLIEDER DER SINGFRAUEN

Helmut Dworschak

Es ist nicht ganz einfach, sich in Weihnachtsstimmung zu bringen, wenn man zugedeckt ist mit Terminen und nebenbei auch noch Geschenke einkaufen muss. Da kommt die neue CD der Singfrauen Winterthur gerade recht. 25 weitgehend unbekannte Weihnachts- und Winterlieder sind darauf enthalten, getragene wie ausnehmend fröhliche. Letztere stammen vornehmlich aus osteuropäischen Regionen, wohin die Singfrauen gerne musikalische Ausflüge unternehmen. Sängerisch überzeugt der von Franziska Welti geleitete Chor einmal mehr, die Stimmen klingen wunderbar klar …

Der Landbote, 12. Dezember 2015


KRISTALLKLARER WOHLKLANG

Helmut Dworschak

Die Singfrauen Winterthur haben am Freitag unbekanntes Liedgut aus dem Osten zum Leben erweckt.

Zaspo Janko, Janko ist unter einer Pappel eingeschlafen – das Liebeslied aus Kroatien wurde mit kristallklarem Klang und perfektem Wechsel zwischen laut und leise vorgetragen. Was immer der Sirenengesang in Janko ausgelöst haben mag, geschlafen hat er danach bestimmt nicht mehr.

Auf einen reichhaltigen „musikalischen Streifzug“ begaben sich die Singfrauen Winterthur am Freitag in der gut besuchten reformierten Kirche Rosenberg. Vor allem Osteuropa kam zum Zug, auch Jodelquartette aus der Schweiz waren darunter. Weitgehend unbekanntes, in kräftigen Farben gehaltenes Liedgut war auch dabei. Begeisternd die ungemein lebendige Darbietung, die man so höchstens bei einem Opernchor finden wird. Die von Franziska Welti sehr gut angeleiteten Sängerinnen trugen sich gegenseitig und mit ihnen das Publikum in eine euphorische Stimmung hinein, ganz besonders bei einem Volkslied im griechisch-kalabrischen Dialekt und einem Lied der italienischen Friedensbewegung von 1916. Immer wieder traten Sängerinnen solistisch, zu dritt oder zu viert hervor – alle machten ihre Sache hervorragend … Anderthalb Stunden vergingen wie im Flug.

Der Landbote, 30. März 2015


2014

ADVENTSKONZERT
Mit 50 Frauenstimmen auf eine musikalische Winterreise

Christina Schaffner

Lieder aus aller Welt boten die Winterthurer Singfrauen und das Zürcher Posaunenquartett am Sonntag in der Kirche Andelfingen.

Mal mitreissend fröhlich, dann wieder getragen präsentierten die Singfrauen Winterthur und das Zürcher Posaunenquartett ihr Konzertprogramm. Mit adventlichen und winterlichen Liedern versetzten sie die Zuschauer in der sehr gut gefüllten Andelfinger Kirche in vorweihnachtliche Stimmung.

Dabei durften auch Klassiker wie Es ist ein Ros entsprungen, das die Singfrauen unter der Leitung von Franziska Welti in zwei Varianten intonierten, nicht fehlen. Grossen Anklang fanden aber vor allem die fröhlichen Lieder aus östlichen Ländern wie etwa das Kirialesa aus Georgien. Aus Westeuropa kamen dagegen die getragenen Werke, die die Singfrauen perfekt aufeinander abgestimmt wunderbar zur Geltung brachten. So begeisterten sie mit Dorma, dorm’ uffant divin aus der Schweiz und The holly and ivy girl aus Irland …

Schaffhauser Nachrichten, Dezember 2014


CD-Rezension:

ostwärts – lieder aus dem osten europas

FRÖHLICHE POLYFONIE

Helmut Dworschak

Zwanzig Lieder aus Osteuropa versammeln die Singfrauen Winterthur auf ihrem Album ostwärts. Am Wochenende treten sie zudem mit Weihnachts- und Winterliedern auf.

Auf ihrem neusten Album reisen die Singfrauen Winterthur in ihre zweite Heimat, nach Osteuropa, und die Lieder klingen so frisch, dass keine Wünsche offenbleiben. „Lieder“ seien es, heisst es im Booklet, die „das ganze volle Leben“ besingen, von Abschied und Sehnsucht bis zur verzweifelten Klage und zum Spottlied. Enge Beziehungen pflegen die Singfrauen und ihre Leiterin Franziska Welti insbesondere zum georgischen Frauenchor Tutarchela, der kürzlich bereits zum dritten Mal besucht wurde.

Durchsichtig und klar

Fast die Hälfte der Lieder stammt denn auch aus Georgien, weitere etwa aus Kroatien und Bulgarien. Immer wieder ist man überrascht von der Präzision und Klarheit der Stimmen, welche die komplexe Polyfonie gut hörbar werden lässt, und man versteht, weshalb die georgische Vokaltradition 2001 zum Unesco-Welterbe erklärt wurde.

Wehmütige Lieder wechseln sich ab mit spritzigen Tanzliedern, die so frech und fröhlich klingen, wie man das von hiesigen Chören selten zu hören bekommt. Unbekannt und auf eine spannende Art fremdartig muten auch manche der Kompositionen an. Mit diesen zwanzig Liedern zeigen die fünfzig Singfrauen, unter die sich einige Sängerinnen der befreundeten Berliner Singfrauen gemischt haben, dass sie ein hochklassiger Laienchor sind.

… Nicht nur mit seiner Gesamtleistung überzeugt der von Franziska Welti geleitete Chor, er verfügt auch über eine Reihe von gut ausgebildeten Stimmen, die in diversen Soli eingesetzt werden können.

Originelles Adventskonzert

Dass den Singfrauen das einheimische Liedschaffen ebenso am Herzen liegt, beweist etwa die CD fascht dihei, die 2011 zusammen mit dem schmaz (schwuler Männerchor Zürich) und den Fränzlis da Tschlin aufgenommen wurde. Lieder aus der Schweiz werden nun auch am Adventskonzert gesungen, das die Singfrauen am Freitag in Winterthur und am Sonntag in Andelfingen geben – neben Weihnachts- und Winterliedern aus ganz Europa. Bekannte Lieder wie Es ist ein Ros entsprungen und viele andere, weitgehend unbekannte sind da zu entdecken, geografisch reicht der Bogen von Irland bis nach Georgien; dazwischen spielt das Zürcher Posaunenquartett.

Der Landbote, 12. Dezember 2014

> Weitere CD-Rezensionen ostwärts


Releasekonzert der neuen CD / CD-Taufe:

ostwärts – lieder aus dem osten europas

Über den Tellerrand – Gleich selber zu Medienstars wurden die Winterthurer Singfrauen im fernen Georgien. Vom 4. noch bis zum 17. Oktober touren die Sängerinnen durch Georgien und geben Konzerte in Tbilisi, Rustavi und Batumi. Das war einem georgischen Fernsehsender einen Beitrag in den Abendnachrichten wert. Gezeigt wurde das Konzert in Rustavi vor vollen Rängen.

40 Singfrauen aus Winterthur und 30 georgische Sängerinnen nahmen daran teil. Anschliessend gab es einen offiziellen Empfang des Kulturministers von Rustavi. Einen kleinen Schönheitsfehler hat der Beitrag jedoch. Chorleiterin Franziska Welti wurde im Einblender als Präsidentin der „Singrauen Winterhur“ betitelt.

Der Landbote, 14. Oktober 2014


AUFTRITT IM RAHMEN DES MUSIKALISCHEN SPAZIERGANGS DURCH VELTHEIM

… Hinauf zum Friedhof Rosenberg. Aus den Gärten steigen Frühlingsdüfte, die in der feuchten Luft zum Leben erwachen. Im Gehen fällt das Sprechen leicht. Vorbei am 2003 erbauten Krematorium mit den lichtdurchlässigen Platten, in die das Gedicht von Klaus Merz eingelassen ist, hinein in die renovierte Abdankungskapelle. Köpfe und Hände wenden sich nach hinten, nach vorne, winken, wollen schauen, wer da ist und wer noch kommt. Es kommen die Singfrauen, ganz in Weiss stehen sie rings um die Bänke und vor den hellblau und weiss gemalten Wänden. Ein Stimmen-Meer brandet an, verschwindet im Nu. Gross ist jetzt die Stille. „Tiefe Himmel“ erschaut das vieldeutige Gedicht von Klaus Merz, das Andreas Stahel eigens für diesen Ort vertont hat. Am Ende will es mutig gehen. Die Frauen schreiten singend durch die Gänge, der Gesang schwillt an und ab. Einzelne Stimmen sind ganz nah, treten heraus aus dem Gesamtklang des Kollektivs. So schutzlos wirken sie menschlich, individuell, einzigartig …

Architekten-Kollektiv Winterthur, März 2014

Ganzer Text Musikalischer Spaziergang durch Veltheim


2013

EINE AUFFÜHRUNG IST JA NICHT EINFACH NUR KLANG

Interview mit Franziska Welti anlässlich der bevorstehenden Aufführung Das Alter der Welt

Lucas Bennett

Schweizer Musikzeitung, Oktober 2013

> Interview Schweizer Musikzeitung


DAS ALTER DER WELT
Unterwasseroper im Hallenbad Geiselweid, Winterthur

Ramona Früh

Die Handlung der Oper beschreibt die Suche einer alten und einer jungen Frau nach dem Wasser des Lebens, dem Jungbrunnen. Anstatt eines unendlichen Lebens finden sie jedoch Kälte in der unberührten Landschaft der Eisberge. Auf ihrer Suche begegnen sie dem Schwertwal Schwermut und sind umgeben von zwei Chören von Robben. Auch die Chöre, einer davon die Singfrauen Winterthur unter der Leitung von Franziska Welti, sangen vom Wasser aus. Bis zur Brust reichte es ihnen, sie harrten dort längere Zeit aus, waren später als Eisberge verkleidet und schwammen gegen Ende durchs Becken. Obwohl Welti bekannt ist für Aussergewöhnliches, dürfte dieser sehr gelungene Einsatz die Frauen einiges an Überwindung gekostet haben …

Die äusserst geglückte Kombination von Chören, Solisten, Instrumentalmusik und den submarinen Klängen der Antarktisforscher war ganz dem Element Wasser unterstellt. Die Komponistin Susanne Stelzenbach versteht es, ihre Komposition an die Klangwelt unter Wasser sorgfältig und überzeugend anzupassen …

Die Robben, die dem speziellen Unterwassergesang vom Beckenrand aus zugehört hatten – allerdings mit einem Ohr an der Wasseroberfläche – glitten ins Wasser und nach einem kurzen, fröhlichen Tumult liessen sich alle treiben. Ohne Bewegung lagen sie im Wasser, wurden allmählich zusammengetrieben von der Strömung und fanden nahe beieinander die Wärme der anderen. Die Scheinwerfer zauberten durch die Reflexe der Wasseroberfläche ein tänzelndes Licht an die Wände. Grosser Applaus und Jubelrufe.

Der Landbote, 23. September 2013


Jürg Huber

Zum Start der 15. Musica aperta-Saison hat Max E. Keller das Team der Unterwasser-Oper Berlin nach Winterthur geholt, wo es zusammen mit den Singfrauen Winterthur (Leitung Franziska Welti) Das Alter der Welt aufführte. Treibende Kraft hinter diesem Projekt ist Claudia Herr. Die begeisterte Schwimmerin und Sängerin konnte Susanne Stelzenbach für eine Komposition gewinnen, die neben Trompete, Cello und Tuba auch ungewohnte Klangerzeuger einbezieht. Während die traditionellen Instrumente mit ihren repetierten Tönen zu Beginn an Nebelhörner erinnern, tragen Unterwasserschlagzeug und Unterwassergesang zu einer neuartigen Klangumgebung bei, auf der der Chor seine oft sphärischen Harmonien entfalten kann.

NZZ, 23. September 2013


CD-Rezension:

chiaroscuro – sakrale gesänge im wandel der zeit

Schon nach wenigen Takten fühlt man sich als Zuhörer in eine andere Welt versetzt: Eine Theorbe breitet einen wohlklingenden Klangteppich aus, dann setzt eine Kehlkopfstimme mit tiefen Basstönen ein, dazu summt im Hintergrund ein Frauenchor. Schliesslich bereitet ein Serpent melodisch auf das Folgende vor. Und nun ist er da, der Hymnus Dagen viger, eine dänische Melodie aus dem 15. Jahrhundert, gesungen von den Singfrauen Winterthur und begleitet von Saxophon und Theorbe. Unter Franziska Weltis Leitung präsentieren die Singfrauen Winterthur sakrale Gesänge aus Mittelalter, Renaissance und heutiger Zeit. Dabei geht es ihnen nicht um stilistischen Purismus, sondern um die Annäherung der Gegensätze. Altes wird raffiniert mit Neuem, Komponiertes mit Improvisiertem, Dunkles mit Hellem verknüpft. Ja, man könnte sagen, das Zeitliche verbindet sich mit der Ewigkeit. Zum Hymnus Mariam matrem virginem aus dem 14. Jahrhundert hat Franziska Welti mit einem Solo und einem mehrstimmigen Chorsatz eine moderne Schicht hinzugefügt, die sich nahtlos in die alte Musik einfügt. Und der Hymnus Veni creator spiritus wird von frechen Tuba-Improvisationen begleitet. Gesanglich begeistern die Singfrauen mit reinen Stimmen, klarer Diktion und Engagement, so dass Michel Godards Stück In paradisum mit Händen zu greifen ist.

NZZ, 20. September 2013